Welches Geschäftsmodell passt? Die Antwort hängt von einer einzigen Frage ab: Wie viel Begleitung braucht dein Kunde, um das angestrebte Ergebnis zu erreichen? Drei Modelle stehen zur Wahl.

  • Wenig Begleitung nötig (technische Skills, How-to-Inhalte) - selbstständiger Online-Kurs
  • Mittlere Begleitung (Verhaltensänderung, Skill-Aufbau mit Accountability) - Kohorten-Coaching
  • Intensive Begleitung (Transformation, Mindset, anhaltende Praxis) - Membership

Dieser Artikel gibt dir ein konkretes Entscheidungsraster, zeigt dir die Zahlen hinter jedem Modell und erklärt, welche Schweizer Rahmenbedingungen relevant sind. Wenn du weisst, was deine Kunden wirklich brauchen, wird die Modellwahl fast selbstverständlich.


Schnell-Entscheidung: Welches Modell passt zu dir?

Beantworte zwei Fragen und du hast deine Antwort:

Brauchen deine Kunden laufende Begleitung, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen?

  • Nein -> Selbstständiger Kurs (Low-Touch, asynchron, skalierbar)
  • Ja -> Weiter zur nächsten Frage

Ändert sich das Wissen oder der Bedarf deiner Kunden laufend?

  • Ja -> Membership (laufender Zugang, Community, wiederkehrende Einnahmen)
  • Nein -> Kohorten-Coaching (festes Zeitfenster, strukturierte Transformation, 80 % Abschlussrate)

Entscheidungsraster: Wissenstyp und bestes Modell

Die folgende Tabelle fasst das Raster zusammen. Im Anschluss erklärt jeder Abschnitt die Hintergründe und die Zahlen dazu.

Wissenstyp Empfohlenes Modell Begründung
How-to, technische Skills (keine laufende Rückmeldung nötig) Selbstständiger Kurs Skalierbar, asynchron, einmaliger Aufwand
Verhaltensänderung, Skill-Aufbau mit Accountability Kohorten-Coaching Peer-Dynamik, 80 % Abschlussrate vs. 15 % beim Selbstlernkurs
Tiefe Transformation, Mindset, komplexe Coaching-Prozesse Kohorten zuerst, dann Membership Beziehungskapital aufbauen, dann in Membership überleiten
Laufende Praxis, Community-of-Practice, Nischen-Expertenwissen Membership Wiederkehrende Einnahmen, LTV deutlich höher bei Churn unter 3 %

Dieses Raster ist kein Dogma. Viele Wissensanbieter kombinieren alle drei Modelle innerhalb eines Jahres. Die Frage ist, womit du anfängst, und warum.


Wann passt ein selbstständiger Online-Kurs am besten?

Ein selbstständiger Kurs eignet sich dann am besten, wenn dein Wissen in eine strukturierte Abfolge von Lektionen verpackt werden kann und der Kursinhalt danach ohne deine aktive Anwesenheit funktioniert.

Die Stärken des Selbstlernkurses

Technisches Wissen lässt sich in Schritte zerlegen. Wenn du erklärst, wie man Buchhaltungssoftware bedient, eine Marketingstrategie aufbaut oder Code schreibt, braucht der Lernende keine Rückmeldung zu einem individuellen Entwicklungsprozess. Er braucht klare Instruktionen in der richtigen Reihenfolge.

Das skaliert. Ein Kurs, den du einmal aufbaust, kann an 10 oder an 1'000 Personen verkauft werden, ohne dass dein Zeitaufwand proportional wächst. Daten von LearnWorlds zeigen, dass optimierte Kursanbieter auf Plattformen mit eigener E-Mail-Liste zwischen 37'000 und 76'000 USD Jahresumsatz erzielen. Auf reinen Marktplätzen wie Udemy liegt der Median deutlich tiefer, bei rund 3'300 USD jährlich, weil die Plattform den Preis kontrolliert und Rabattaktionen dominieren.

Konversionsraten liegen typischerweise bei 1 bis 5 %. Mit einer eigenen Liste, einem gezielten Launch-Event und einem klar formulierten Versprechen kannst du 10 % und mehr erreichen. Die Zeit bis zum ersten Verkauf beträgt in der Regel ein bis drei Monate ab Beginn deiner inhaltlichen Arbeit.

Der betriebliche Aufwand ist nach dem Launch moderat: in der Aufbauphase rund 15 bis 20 Stunden pro Woche für Produktion und Setup, im laufenden Betrieb etwa 10 Stunden pro Woche für Marketing und Support. Das ist weniger als bei einem Kohorten-Programm, solange du nicht gleichzeitig einen neuen Launch vorbereitest.

Die strukturellen Grenzen des Selbstlernkurses

Die Abschlussrate ist das grösste strukturelle Problem: Branchenweite Daten zeigen rund 15 % Abschlussrate für asynchrone Kurse. Wer dein Kurs-Ergebnis nicht erreicht, kauft nicht erneut und empfiehlt nicht weiter. Wenn dein Wissensbereich starke Ergebnisorientierung erfordert, ist das ein echtes Qualitätsproblem, das sich in Kundenrezensionen niederschlägt.

Ein weiterer Punkt: Selbstlernkurse konkurrieren zunehmend mit kostenlosem YouTube-Content und KI-generierten Zusammenfassungen. Dein Kurs muss einen klaren Mehrwert bieten, der über reine Informationsvermittlung hinausgeht, sei es durch Struktur, durch die Qualität deiner Übungen oder durch die Integration eines Community-Elements.

Für Coaching-intensive Themen, bei denen individuelle Rückmeldung zentral ist, ist ein asynchroner Kurs oft nicht das richtige Hauptprodukt. Er kann aber ein hervorragendes Einstiegsprodukt sein, das Kunden in ein Kohorten-Programm oder eine Membership führt.

Wie du einen Selbstlernkurs auf bondigoo aufbaust

Auf bondigoo kannst du einen selbstständigen Kurs als Programm erstellen. Du kombinierst sechs Inhaltstypen: Videos, Texte, Dokumente, Assignments, Quizzes und Präsentationen. Was bondigoo von reinen Videokurs-Plattformen unterscheidet, ist die eingebettete Q&A-Diskussion auf Lektionsebene. Lernende können direkt unter jeder Lektion Fragen stellen und du kannst antworten, ohne dass du oder deine Kursteilnehmer eine externe Community-Plattform benötigen. Das macht einen Selbstlernkurs auf bondigoo deutlich interaktiver als reine Videokurse auf klassischen Plattformen.

Mehr zur technischen Umsetzung findest du in unserem Artikel Digitale Coaching-Programme erstellen: Schritt für Schritt. Wenn du unsicher bist, wie du deinen Kurs bepreisen sollst, gibt der Artikel Online-Kurs-Preise strategisch festlegen konkrete Orientierungspunkte.

Lies auch: Online-Kurs erstellen 2026: Schritt-für-Schritt-Guide vom Konzept zum verkauften Programm


Wann lohnt sich ein Kohorten-basiertes Coaching-Programm?

Kohorten-Coaching lohnt sich dann, wenn das Ergebnis deiner Arbeit stark von Accountability, sozialem Lernen oder direktem Feedback abhängt, und wenn du bereit bist, aktiv anwesend zu sein.

Was Kohorten-Programme von Selbstlernkursen unterscheidet

Die Abschlussrate von 80 % gegenüber 15 % beim Selbstlernkurs ist kein Zufall. Wenn Teilnehmer wissen, dass am Dienstag um 18 Uhr die Gruppe wartet, lernen sie vorher. Sie bereiten sich vor, weil sie nicht vor der Gruppe als unvorbereitet dastehen wollen. Peer-Accountability ist ein mächtiger Verhaltenstreiber, den ein asynchroner Kurs schlicht nicht replizieren kann.

Dieses Prinzip gilt unabhängig vom Thema. Ob du Führungskräfte-Coaching, Stressbewältigung, Vertriebstraining oder Ernährungsumstellung anbietest: Sobald Verhaltensänderung das Ziel ist, braucht es soziale Verbindlichkeit. Das Kohorten-Modell liefert diese Verbindlichkeit als Kernbestandteil der Produktstruktur.

Die Zahlen hinter dem Kohorten-Modell

Der Preis je Teilnehmer ist höher als bei einem asynchronen Kurs - typischerweise zwischen 500 und 5'000 CHF pro Programm, weil die Teilnehmer nicht nur Inhalte kaufen, sondern Transformation plus Begleitung. Der wahrgenommene Wert steigt mit dem Grad der Begleitung.

Ein gut positioniertes 8-wöchiges Kohorten-Programm mit 20 Teilnehmern zu je 1'200 CHF generiert 24'000 CHF Umsatz in zwei Monaten. Das ist kein passives Einkommen. Du investierst Zeit in Vorbereitung, Live-Sessions und asynchrones Feedback. Der Aufwand ist real, aber du hast am Ende des Programms eine Gruppe von Alumni mit tiefer Verbundenheit zu dir und zu deiner Arbeit.

Diese Alumni sind strategisch wertvoll. Sie geben dir echte Testimonials. Sie empfehlen dich weiter. Und sie sind die besten Kandidaten für eine spätere Membership, weil sie dein Produkt bereits kennen und dir vertrauen.

Die richtige Struktur für ein Kohorten-Programm

Ein gutes Kohorten-Programm besteht aus drei Elementen: asynchronen Inhalten zwischen den Live-Einheiten, regelmässigen Live-Sessions für Austausch und Rückmeldung, und einer klaren Lernkurve über die gesamte Programmdauer. Das Verhältnis zwischen asynchron und live hängt vom Thema ab. Technischere Programme können mehr asynchron tragen. Coaching-intensive Programme benötigen mehr Live-Anteile.

Eine Programmlänge von 8 bis 12 Wochen hat sich für die meisten Themen bewährt. Kürzere Programme erzeugen oft nicht genug Tiefe für echte Verhaltensänderung. Längere Programme leiden unter Teilnehmerverlust in der zweiten Hälfte, weil das Leben dazwischenkommt.

Für wen Kohorten-Programme passen

Du weisst, dass Kohorten-Coaching das richtige Modell ist, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Dein Thema erfordert individuelle Rückmeldung zu einem Prozess, nicht nur zu Informationen (Führungskräfte-Coaching, Rhetorik, Konfliktmanagement, Ernährungsumstellung, Verkaufstraining)
  • Du hast noch keine grosse Reichweite, kannst aber 10 bis 20 Personen aus deinem bestehenden Netzwerk oder deiner Community rekrutieren
  • Du möchtest Inhalte mit echten Teilnehmern testen, bevor du Wochen in die Produktion eines Selbstlernkurses investierst
  • Du willst Testimonials und Case Studies aufbauen, die später dein Kurs-Marketing stützen

Auf bondigoo kombinierst du Live-Sessions mit einem Programm-Skelett, das die asynchronen Inhalte zwischen den Live-Einheiten strukturiert. Das integrierte CRM hilft dir, den Fortschritt jedes Teilnehmers individuell zu verfolgen, Notizen zu hinterlegen und bei Bedarf gezielt nachzufassen.

Eine vertiefte Betrachtung der Struktur und Preisgestaltung von Gruppenformaten findest du im Artikel Gruppencoaching und Workshops online: Das musst du wissen.


Wann ist eine Membership das richtige Modell?

Eine Membership ist das richtige Modell, wenn dein Wert nicht in einem einmaligen Ergebnis liegt, sondern in laufendem Zugang, laufender Entwicklung und laufender Gemeinschaft.

Was eine Membership grundlegend von den anderen Modellen unterscheidet

Der Unterschied liegt in der Beziehung zwischen Angebot und Kundennutzen. Bei einem Kurs kaufst du eine Kompetenz. Bei einem Kohorten-Programm kaufst du eine Transformation in einem definierten Zeitfenster. Bei einer Membership kaufst du ein Mitglied-Sein: du gehörst dazu, bleibst aktuell, entwickelst dich weiter, hast Peers und hast Zugang zu einem Experten.

Das ist ein fundamental anderes Versprechen. Und es funktioniert nur für Themen, die tatsächlich fortlaufend sind. Eine Membership für "Excel Grundlagen lernen" macht keinen Sinn, weil der Lernbedarf nach einigen Monaten erschöpft ist. Eine Membership für "Führung im Wandel" macht Sinn, weil Führungskräfte kontinuierlich mit neuen Situationen konfrontiert sind und kontinuierlich Unterstützung und Austausch brauchen.

Die Zahlen hinter der Membership

Daten von Recurly und WPStream zeigen: Der durchschnittliche Lifetime Value (LTV) liegt bei Membership-Sites zwischen 846 und 1'006 USD. Entscheidend ist dabei die Churn-Rate, also wie viele Mitglieder monatlich kündigen.

Der branchenweite Durchschnitt liegt bei 5,3 % monatlichem Churn. Top-Performer kommen auf unter 3 %. Was bedeutet das konkret? Bei 5,3 % Churn verlierst du statistisch jeden Monat einen von zwanzig Mitgliedern. Bei einer Membership mit 100 Mitgliedern und durchschnittlichem Churn verlierst du in einem Jahr rund die Hälfte deiner Mitgliederbasis, auch wenn du laufend neue Mitglieder gewinnst.

Bei unter 3 % Churn dauert es doppelt so lang, bis sich die Mitgliederbasis halbiert. Das ist der Unterschied zwischen einem Modell, das permanent Akquisitionskosten verbrennt, und einem Modell, das stabil wachsen kann.

Drei Faktoren senken die Churn-Rate nachweislich:

  • Jahrespläne statt Monatspläne senken die Churn-Rate um rund 40 %
  • Community-Funktionen (Diskussion, gegenseitige Unterstützung unter Mitgliedern) senken die Churn-Rate um rund 23 %
  • Hybride Formate, die Video-Inhalte mit Community und Live-Sessions kombinieren, erzielen 76 % Retention nach 12 Monaten im Vergleich zu 62 % bei Einzelformat-Memberships

Das sind keine Hochrechnungen, sondern gemessene Benchmarks aus etablierten Membership-Plattformen. Sie zeigen, dass das Produkt-Design die Churn-Rate stärker beeinflusst als Marketingmassnahmen.

Der häufigste Fehler beim Membership-Start

Zu viel Inhalt versprechen, ohne einen klaren Rhythmus zu haben. Viele Membership-Betreiber beginnen damit, massive Inhaltsbibliotheken aufzubauen, bevor sie das erste Mitglied haben. Das führt zu Erschöpfung und zu einem Angebot, das für den Kunden überwältigend ist statt wertvoll.

Mitglieder kündigen nicht wegen zu wenig Inhalt, sondern wegen fehlendem Gefühl von Fortschritt. Definiere deshalb, bevor du startest, welches konkrete Ergebnis ein Mitglied nach 90 Tagen erreicht haben soll. Das gibt dir einen klaren Rhythmus für die Inhalte und gibt dem Mitglied eine klare Orientierung für seinen Fortschritt.

Für wen Memberships passen

Memberships sind das richtige Modell, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Du produzierst laufend Inhalte, die für deine Zielgruppe aktuell bleiben müssen (Marktanalysen, rechtliche Updates, neue Techniken in einem sich verändernden Bereich)
  • Dein Thema ist eine laufende Praxis und kein einmaliges Ergebnis (z.B. Meditation, Führung, Unternehmertum, Gesundheit, kreatives Schaffen)
  • Du hast eine Community, die voneinander lernt und gegenseitig Mehrwert erzeugt, nicht nur von dir als Experte
  • Du hast bereits ein Kohorten-Programm durchgeführt und möchtest Alumni einen Weg zur weiteren Zusammenarbeit bieten, ohne jedes Mal ein neues Programm zu starten

Auf bondigoo kombinierst du Programm-Inhalte mit der Q&A-Diskussion auf Lektionsebene und geplanten Live-Sessions. Das gibt Mitgliedern den Rhythmus und das Gemeinschaftsgefühl, das sie langfristig hält, ohne dass du auf Abruf verfügbar sein musst.

Wie du Kunden langfristig bindest und Churn konkret reduzierst, erklärt der Artikel Kundenbindung im Coaching: Was wirklich funktioniert.


Welche Schweizer Vorschriften unterscheiden sich zwischen den Modellen?

Kurz gesagt: weniger als du vielleicht erwartest. Die Unterschiede zwischen den drei Modellen sind in der Schweiz marginal. Hier die wesentlichen Punkte in der Praxis.

Mehrwertsteuer: gleich für alle drei Modelle

Alle drei Modelle unterliegen in der Schweiz dem MwSt-Normalsatz von 8,1 % auf digitale Dienstleistungen. Es gibt keine relevante steuerliche Unterscheidung zwischen einem einmaligen Kursverkauf, einem Kohorten-Programm und einer monatlichen Mitgliedschaft.

Die MwSt-Registrierungspflicht greift erst ab einem weltweiten Jahresumsatz von CHF 100'000. Bis zu diesem Schwellenwert bist du weder registrierungspflichtig noch zur Mehrwertsteuer-Abführ verpflichtet. Das hält die administrative Hürde für Einsteiger tief. Die vollständigen Bedingungen und aktuelle Thresholds findest du auf estv.admin.ch.

Eine Befreiung vom MwSt-Normalsatz für Bildungsleistungen besteht nur für formal anerkannte Bildungseinrichtungen nach Schweizer Recht. Private Coaches und selbstständige Wissensanbieter fallen nicht unter diese Befreiung. Das gilt unabhängig davon, ob du einen Kurs, ein Kohorten-Programm oder eine Membership anbietest.

Datenschutz: minimal mehr Dokumentation bei Memberships

Das Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG) ist weniger streng als die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Es gilt aber für alle drei Modelle gleichermassen.

Ein kleiner praktischer Unterschied: Bei einer Membership mit fortlaufender Datenverarbeitung, also Nutzungsverhalten, laufender Zahlungshistorie und Community-Interaktionen über Monate oder Jahre, empfiehlt sich ein etwas ausführlicheres Verzeichnis der Bearbeitungstätigkeiten als bei einem einmaligen Kursverkauf. Das ist keine gesetzliche Pflicht bei kleineren Anbietern, aber es ist gute Praxis und bereitet dich auf ein allfälliges Wachstum vor.

Für Anbieter mit Kunden in der EU oder im EWR gilt parallel die DSGVO. bondigoo ist sowohl DSGVO- als auch nDSG-konform und nimmt dir die technische Seite dieser Anforderungen ab.

Kündigungsrechte bei Abonnements

Hinweis zum Schweizer Recht: Das Obligationenrecht hat keine spezifische Subscription-Kündigungsfristen-Vorschrift wie die EU-Verbraucherrechterichtlinie. Branchenpraxis: Kündigungsbedingungen klar in den AGB regeln und mindestens 30 Tage Kündigungsfrist für monatliche Abonnements vorsehen. Bei Memberships im B2C-Bereich sollte die Kündigung mit gleicher Einfachheit möglich sein wie der Abschluss (Schweizer Treueprinzip).

In der Praxis solltest du deinen Kunden folgende Punkte klar mitteilen:

  • Zahlungsrhythmus und nächstes Abrechnungsdatum nach Kündigung
  • Kündigungsfrist und -weg (schriftlich, per E-Mail, im Kundenbereich)
  • Was nach der Kündigung mit Inhalten und Daten passiert (sofortiger Verlust des Zugangs oder bis zum Ende des bezahlten Zeitraums)

Das gilt spezifisch für Memberships, ist aber auch für Kohorten-Programme relevant, wenn du Zahlungen in Raten anbietest. Für einmalige Kursverkäufe ist die Situation am unkompliziertesten.

Zusammenfassung: kein Modell ist objektiv schwieriger aus der Schweiz zu betreiben

Alle drei Modelle sind unter den gleichen steuerlichen und datenschutzrechtlichen Vorschriften klar handhabbar. Die Wahl des Modells sollte deshalb ausschliesslich auf Basis deines Wissens, deiner Kundenbedürfnisse und deiner eigenen Kapazität getroffen werden, nicht auf Basis von Compliance-Annahmen.


Zahlenvergleich: Die drei Modelle auf einen Blick

Modell Umsatz pro Kunde Abschlussrate Wiederkehrend? Operativer Aufwand
Selbstständiger Kurs CHF 100-500 ~15 % Nein Niedrig (nach Launch)
Kohorten-Coaching CHF 500-5'000 ~80 % Nein (Re-Kohorte) Hoch (Live-Präsenz)
Membership CHF 19-99/Monat n/a (Churn 3-7 %/Mo.) Ja Mittel (Rhythmus + Community)

Quellen: Disco (Kohorten-Abschlussrate), WPStream (Membership-Churn), Kajabi/Teachable (Kurspreise).

Alle drei Modelle auf bondigoo - CHF 0 Fixkosten Programme, Live-Sessions und Mitglieder-Zugang laufen auf derselben Plattform ohne monatliche Gebühr. Du zahlst nur eine Transaktionsgebühr bei jedem Verkauf.

Welches Modell sollte ich als Erstes testen?

Die ehrliche Antwort: das Modell, das du in den nächsten 30 Tagen starten kannst. Nicht das perfekte Modell, sondern das zunächst mögliche.

Warum Kohorten oft der effektivste Einstieg sind

Für die meisten Wissensanbieter ohne grosse Reichweite ist ein Kohorten-Programm der effektivste Einstieg. Drei Gründe sprechen dafür.

Erstens brauchst du keine perfekte Kursproduktion. Ein Kohorten-Programm lebt von deiner Live-Anwesenheit. Du kannst mit einem einfachen Programm-Skelett und drei bis vier Live-Sessions starten, ohne Wochen in Videoproduktion, Schnitt und Kurs-Design zu investieren. Was du sofort brauchst, ist Klarheit über das Ergebnis, das du lieferst, nicht Perfektion in der Ausführung.

Zweitens bekommst du echtes Feedback unter realen Bedingungen. 10 bis 15 Teilnehmer geben dir mehr verwertbare Erkenntnisse über dein Thema als 100 anonyme Käufer eines asynchronen Kurses. Du lernst, welche Fragen wirklich gestellt werden, welche Übungen funktionieren, wo Teilnehmer stecken bleiben und wie du das Ergebnis präzise formulieren kannst. Diese Erkenntnisse sind das wertvollste Rohmaterial für alles, was danach kommt: deinen Kurs, deine Membership, dein Marketing.

Drittens baust du Beziehungskapital auf. Alumni deines ersten Kohorten-Programms sind deine besten Testimonials, die besten Kandidaten für eine spätere Membership und die besten Multiplikatoren in ihrem Netzwerk. Eine Testimonial-Aussage von jemandem, der dein Programm abgeschlossen und ein echtes Ergebnis erzielt hat, ist wertvoller als jedes Marketingversprechen.

Die Sequenz, die sich in der Praxis bewährt hat

Eine Reihenfolge, die für Wissensanbieter mit kleiner oder keiner Reichweite gut funktioniert:

  1. Ein Kohorten-Programm als Proof-of-Concept: 8 bis 12 Wochen, 10 bis 20 Teilnehmer, Live-Sessions als Rückgrat, asynchrone Inhalte als Vorbereitung. Du lernst dein Produkt kennen und gewinnst erste Testimonials.
  2. Die Inhalte aus dem Kohorten-Programm in einen asynchronen Selbstlernkurs umwandeln: Du weisst jetzt, welche Inhalte funktionieren, welche Fragen kommen und was das Ergebnis präzise ist. Du produzierst den Kurs mit diesem Wissen, nicht im Blindflug.
  3. Eine Membership für Alumni und neue Interessenten aufbauen: Sie kombiniert laufend aktualisierte Inhalte, Community-Austausch und monatliche oder quartalsweise Live-Touchpoints. Bestehende Alumni treten ein, weil sie dir vertrauen. Neue Mitglieder kommen über den Kurs.

Das ist keine Pflicht. Du kannst auch direkt mit einem Kurs oder einer Membership starten, wenn dein Kontext das erlaubt, etwa wenn du bereits eine bestehende Reichweite hast oder wenn dein Thema klar einen Kurs erfordert. Aber die Kohorten-first-Sequenz reduziert das Risiko eines teuren Fehlstarts deutlich, weil du zuerst validierst, bevor du skalierst.

Warum die Plattformwahl hier mitzählt

Ein häufiger und teurer Fehler ist es, sich früh auf eine Plattform festzulegen, die nur ein Modell gut unterstützt. Dann bist du gezwungen, entweder die Plattform zu wechseln, wenn du das nächste Modell testest, und dabei Daten, Integrationen und Kundenverlauf zu verlieren, oder auf Abstrichen im Produkt zu akzeptieren, weil die Plattform das gewünschte Format nicht nativ unterstützt.

bondigoo ist von Anfang an für alle drei Modelle ausgelegt. Du zahlst CHF 0 monatlich und CHF 0 Setup-Gebühr. Eine Transaktionsgebühr fällt nur bei erfolgtem Verkauf an. Das bedeutet, du kannst alle drei Modelle ausprobieren, ohne vorher zu wissen, welches am besten zu deinem Wissen und deiner Zielgruppe passt. Genau dieser Spielraum ist der Grund, warum du als Coach auf bondigoo durchstarten und dein Modell unterwegs anpassen kannst, ohne die Plattform zu wechseln.

Auf der Plattform abgedeckt sind:

  • Programme für den selbstständigen Kurs, mit sechs Inhaltstypen und integrierter Lektionsdiskussion
  • Live-Sessions für Kohorten-Coaching und Gruppen-Sessions aller Art
  • Geplante Sessions für wiederkehrende Touchpoints in einer Membership
  • Das integrierte CRM für einen vollständigen Blick auf jeden Kunden, unabhängig davon, welches Modell du gerade verwendest
  • Eine sichere Zahlungsabwicklung mit automatischer MwSt-Berechnung und B2C-Rechnungsstellung, die alle drei Transaktionstypen abdeckt

Das How-it-works-Überblick zeigt dir, wie die einzelnen Teile zusammenspielen.

Was du vor dem Start konkret vorbereiten solltest

Bevor du dich für ein Modell entscheidest, beantworte dir drei Fragen:

Erstens: Was ist das primäre Ergebnis, das ein Kunde bei mir erzielen soll? Wenn dieses Ergebnis in 4 bis 8 Wochen erreichbar ist und klar definierbar, passt ein Kurs oder ein Kohorten-Programm. Wenn es ein fortlaufender Zustand ist, passt eine Membership.

Zweitens: Wie viel Live-Anwesenheit bin ich bereit, für mein erstes Produkt zu leisten? Wenn die Antwort "so wenig wie möglich" ist, beginne mit einem Kurs. Wenn du bereit bist, regelmässig live zu sein, beginne mit einem Kohorten-Programm.

Drittens: Habe ich bereits Menschen, die ich heute ansprechen kann? Wenn ja, beginne mit einem Kohorten-Programm und frag sie direkt. Wenn nein, beginne mit dem Aufbau einer kleinen Zielgruppe, bevor du ein Produkt entwickelst.


Einen ausführlichen Vergleich verschiedener Kursplattformen findest du im Artikel Online-Kurs-Plattformen im Vergleich 2026. Zahlen zu realistischen Verdienstmöglichkeiten findest du im Artikel Online-Kurs Verdienst: Was ist in der Schweiz realistisch?. Wenn du grundlegender über die Monetarisierung von Wissen nachdenken möchtest, lohnt sich der Einstieg mit Passives Einkommen mit Wissen: Welche Modelle in der Schweiz funktionieren.


Bereit, das richtige Modell für dein Wissen zu testen?

Starte alle drei Modelle ohne Fixkosten auf bondigoo