Quartals-Review für Coaches: Wie du Q3 mit Zahlen statt Bauchgefühl planst
Ein Quartals-Review ist eine 90-Tage-Auswertung deiner Praxis. Du prüfst zwölf Zahlen und entscheidest: skalieren, halten oder pivotieren.
- Zwölf Kern-KPIs: Umsatz, Auslastung, Kundenwert und Pipeline auf einer A4-Seite.
- Fünf strategische Fragen: prüfen Preis, Nische und Angebot.
- Entscheidungsmatrix: macht aus Zahlen eine klare Q3-Strategie.
- Auslastungs-Zielband: 65% bis 75%, alles darüber trocknet die Pipeline aus.
- Vorsorge-Anteil: rund 30% bis 40% des Bruttoumsatzes für AHV, MwSt, Steuern und Säule 3a (bis CHF 36'288 jährlich).
Wer Q3 mit Zahlen plant, weiss am 1. Juli, was die Praxis braucht. Bauchgefühl funktioniert in den ersten zwei Jahren, danach kostet es Geld.
Warum ist ein Quartals-Review für Solo-Coaches überhaupt nötig?
Ein Quartals-Review ist nötig, weil Solo-Coaches drei Rollen gleichzeitig tragen und keine davon Zahlen liefert, wenn niemand sie aufschreibt. Du bist Praktiker, Vertrieb und Buchhaltung in einer Person. Das ist wichtig, weil die mentale Last dieser Dreifachrolle dazu führt, dass die Praxis nach Bauchgefühl gesteuert wird und Auslastungslücken, Cashflow-Engpässe oder Preisdrift erst dann auffallen, wenn der Schaden bereits da ist.
Die Global Coaching Study eines internationalen Coaching-Verbands von 2023 hat 14'591 Coaches aus 157 Ländern befragt und einen durchschnittlichen Jahresumsatz von rund USD 52'800 pro Coach gemeldet (Global Coaching Study, 2023). In Westeuropa liegt das Stundenhonorar bei rund USD 277 pro Sitzung. Diese Mittelwerte verbergen jedoch eine grosse Streuung: Wer seine eigenen Zahlen nicht kennt, weiss nicht, ob er auf der profitablen Seite dieses Durchschnitts steht.
Ein 90-Tage-Rhythmus zwingt dich, vom Tagesgeschäft Abstand zu nehmen. Quartale enden in der Schweiz natürlich am 31. März, 30. Juni, 30. September und 31. Dezember. Das Review findet idealerweise in den ersten zehn Tagen des neuen Quartals statt, solange die Zahlen frisch sind und das nächste Quartal noch formbar ist.
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Welche 12 KPIs sollte ein Solo-Coach jedes Quartal tracken?
Solo-Coaches tracken zwölf KPIs, die zusammen Umsatz, Effizienz, Pipeline und Vorsorge abbilden. Welche KPIs ein Solo-Coach im Detail wählt, hängt von der Praxis-Reife ab, aber dieses Set deckt die Kernfragen ab.
- Quartalsumsatz brutto: Summe aller verrechneten Honorare im Quartal, vor Abzug von Kosten und Steuern.
- Auslastung: bezahlte Coaching-Stunden geteilt durch verfügbare Arbeitsstunden. Zielband 65% bis 75%.
- Durchschnittlicher Sitzungspreis: Bruttoumsatz geteilt durch Anzahl Sitzungen.
- Effektiver Stundensatz: Bruttoumsatz geteilt durch alle gearbeiteten Stunden (Coaching, Akquise, Admin, Marketing).
- MRR aus Programmen und Abos: wiederkehrender Monatsumsatz aus mehrteiligen Programmen, Mitgliedschaften, Retainern.
- Conversion-Rate vom Erstgespräch: Anzahl gebuchte Mandate geteilt durch Anzahl geführter Discovery Calls.
- No-Show- und Stornoquote: nicht stattgefundene Sitzungen geteilt durch geplante Sitzungen.
- Kundenlebenswert (CLV): durchschnittlicher Gesamtumsatz pro Kunde über die Dauer der Begleitung.
- Akquisekosten pro Kunde (CAC): Marketing- und Akquise-Ausgaben geteilt durch Anzahl Neukunden im Quartal.
- Wiederbuchungsrate: Anteil Kunden, die nach Vertragsende ein weiteres Paket buchen.
- Cash-Reserve in Monaten: Bargeld auf Geschäftskonto geteilt durch durchschnittliche Monatskosten.
- Säule-3a-Füllstand: bisher einbezahlter Betrag geteilt durch jährliches Maximum (CHF 36'288 für Selbständige ohne 2. Säule).
Diese zwölf Zahlen passen auf eine A4-Seite. Wer sie quartalsweise pflegt, hat in zwei Jahren ein Frühwarnsystem, das jede grössere Veränderung in der Praxis sechs Wochen vor dem Cashflow-Effekt anzeigt.
Anja Schneider, Resilienz-Coachin in St. Gallen mit rund CHF 180'000 Jahresumsatz, beschreibt es so:
"Zwischen Q1 und Q2 ist mein Quartalsumsatz nur um vier Prozent gewachsen, obwohl ich gefühlt deutlich mehr gearbeitet habe. Erst als ich die Auslastung dazugerechnet habe, sah ich, dass ich von 68 auf 84 Prozent gesprungen bin. Mein versteckter Engpass war keine Marketing-Frage, sondern eine Kapazitätsdecke. Die nächste Preisrunde plus ein Gruppenformat im Herbst war die einzige Antwort, die rechnerisch funktioniert."
Anja Schneider, Resilienz-Coachin St. Gallen.
Dieser Sprung von 68% auf 84% Auslastung ist exakt das Muster, vor dem KPI-Tracker im Coaching warnen: Auslastung über 75% bedeutet, dass keine Zeit mehr für Vertrieb und Inhaltspflege bleibt, was die Pipeline für das Folgequartal austrocknet (Paperbell, 2024).
Wie berechnest du deinen effektiven Stundensatz wirklich?
Der effektive Stundensatz ist Bruttoumsatz geteilt durch alle Arbeitsstunden, nicht nur die Coaching-Stunden. Diese Unterscheidung ist der häufigste Trugschluss von Solo-Coaches und entscheidet, ob die Praxis Geld verdient oder nur Geld umsetzt.
Ein Rechenbeispiel macht den Unterschied sichtbar. Ein Coach verrechnet pro Sitzung 60 Minuten zu CHF 220 und arbeitet 40 Wochen pro Jahr je 25 Sitzungen. Das ergibt einen Bruttoumsatz von CHF 220'000.
- Variante A (nur Coaching-Stunden): 1'000 Sitzungen mal 1 Stunde gleich 1'000 Stunden. CHF 220'000 geteilt durch 1'000 ergibt CHF 220 effektiv.
- Variante B (alle Arbeitsstunden): 1'000 Coaching-Stunden plus 600 Stunden Akquise, Admin, Buchhaltung, Marketing, Weiterbildung gleich 1'600 Stunden. CHF 220'000 geteilt durch 1'600 ergibt CHF 138 effektiv.
Die zweite Zahl ist die ehrliche. Sie zeigt, was ein selbstständiger Coach pro Arbeitsstunde wirklich verdient, bevor AHV, MwSt, Steuern und Vorsorge abgezogen werden. Wer im Discovery Call überlegt, ob CHF 220 pro Sitzung zu teuer wirken, sollte die zweite Rechnung im Kopf haben. Mit Anpassungen findest du sie ausführlich im Vergleich von Stundenlohn und Paketen.
Die Studie des Verbands nennt den durchschnittlichen Stundenumsatz von Coaches in Westeuropa mit rund USD 84, was in CHF unter dem oft kommunizierten Sitzungspreis liegt (Global Coaching Study, 2023). Der Grund: nicht jede Arbeitsstunde ist abrechenbar.
Welche Auslastung ist als Coach in der Schweiz realistisch?
Eine gesunde Auslastung liegt zwischen 65% und 75% bezahlter Coaching-Stunden pro verfügbarer Arbeitswoche. Alles darunter signalisiert Akquise-Probleme, alles darüber blockiert die nächste Wachstumsrunde, weil keine Stunden mehr für Vertrieb, Marketing und Content bleiben (Paperbell, 2024).
Die Rechnung ist einfach: Wer 40 Stunden pro Woche arbeitet, hat bei 70% Auslastung 28 bezahlte Coaching-Stunden und 12 Stunden für alles andere. Davon gehen typischerweise vier bis sechs Stunden in Discovery Calls, drei Stunden in Buchhaltung und Admin, der Rest in Marketing, Weiterbildung und Selbstpraxis.
Wer dauerhaft über 80% liegt, fällt in eine Falle: die Pipeline trocknet aus, weil Akquise pausiert wird, und drei Monate später bricht der Umsatz ein. Das ist der klassische Hidden-Capacity-Ceiling, den Anja Schneider oben beschrieben hat. Eine Auslastung von 90% sieht im Moment wie Erfolg aus und produziert drei Monate später ein leeres Quartal.
Schweizer Coaches haben einen zweiten Faktor: Ferien und Feiertage. Im Quartal Q3 (Juli, August, September) liegen oft drei bis vier Wochen Sommerpause und mindestens ein nationaler Feiertag (1. August). Wenn dein Quartal nicht aktiv blockiert wird, planen Kunden dich automatisch in genau diese Zeit hinein, weil sie selbst in den Ferien zur Ruhe kommen wollen.
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Wann solltest du als Coach die Preise erhöhen?
Du erhöhst Preise, wenn dein Quartals-Review zwei Signale gleichzeitig liefert: Auslastung über 80% und Wiederbuchungsrate über 60%. Diese Kombination zeigt, dass dein Angebot zur Nachfrage passt und dass der Markt einen höheren Preis trägt. Eine reine "es ist Zeit"-Heuristik führt regelmässig zu schlecht getimten Preisrunden.
Drei weitere Trigger rechtfertigen eine Preisanpassung:
- Du hast seit über 18 Monaten den gleichen Tarif (Inflationsanpassung).
- Du hast eine aufbauende Zertifizierungsstufe erreicht oder eine akademische Weiterbildung abgeschlossen.
- Du verschiebst deine Nische in einen kaufkräftigeren Segment (z.B. von Life Coaching zu Executive Coaching).
Eine Preisrunde sollte 10% bis 20% betragen. Weniger fällt im Discovery Call nicht auf und lohnt die Kommunikationskosten nicht. Mehr als 25% führt bei bestehenden Kunden zu Kündigungen, ausser du kombinierst die Erhöhung mit einem neuen Format. Anja Schneider hat ihren Sitzungspreis nach dem Q2-Befund von CHF 200 auf CHF 240 angehoben und gleichzeitig ein neunwöchiges Gruppenformat eingeführt. Die Kombination öffnete eine zweite Umsatzlinie, ohne die Auslastung weiter zu erhöhen.
Wichtig ist die Kommunikation. Bestehende Kunden bekommen die neuen Preise mit einer Karenz von zwei bis drei Monaten und einer Begründung. Neue Kunden zahlen ab Ankündigungsdatum. Wer Preise im Stillen ändert, riskiert Vertrauensverlust bei Folgemandaten.
Wie planst du Ferien und Auslastung als selbstständiger Coach?
Ferien und Auslastung planst du am Anfang des Quartals als ersten Schritt im Kalender, nicht am Ende als Resterampe. Schweizer Solo-Coaches arbeiten effektiv 40 bis 44 Wochen pro Jahr, das heisst 8 bis 12 Wochen sind blockiert. Diese Blöcke gehören in den Kalender, bevor der erste Kunde im Quartal seinen Termin sucht.
Eine praktische Quartals-Verteilung in Q3:
- Juli: zwei bis drei volle Arbeitswochen, eine Schulferienwoche reserviert.
- August: ein bis zwei Arbeitswochen rund um den 1. August, zwei bis drei Wochen Sommerpause.
- September: vier volle Arbeitswochen, oft das stärkste Auslastungsfenster im Q3.
Wer im Juli und August reine Auslastung jagt, läuft im September leer, weil die Pipeline-Arbeit von Juli und August fehlt. Die bessere Strategie: weniger Sitzungen im Sommer, dafür systematische Content-Arbeit und Pflege bestehender Kontakte, damit Q4 stark anläuft. Das Q4 ist in der Schweiz oft das umsatzstärkste Quartal, weil Unternehmen Budgets aufbrauchen und Privatkunden den Jahreswechsel als Veränderungsanlass nutzen.
Konkrete Planungstools sind hier weniger wichtig als die Disziplin, das Quartal am 30. Juni in einer Stunde durchzuplanen. Auf einer Plattform wie bondigoo blockst du Ferien und Sperrtage direkt im Buchungskalender, sodass Kunden keine Anfragen für diese Zeit stellen können.
Wie viel solltest du als Coach für Steuern, AHV und Vorsorge zur Seite legen?
Du legst pro CHF 100 Bruttoumsatz rund CHF 30 bis CHF 40 für Steuern, AHV und Vorsorge zur Seite. Die exakte Zahl hängt von Wohnkanton, Familienstand und Gewinn ab, aber ohne diese Reserve bist du am Jahresende mit Rückforderungen konfrontiert, die das gesamte Q1-Cashflow blockieren.
Drei Pflichtblöcke kennen Solo-Coaches:
- AHV/IV/EO: 10.0% Vollsatz auf den selbständigen Erwerbsgewinn (5.371% bis 10.0% progressiv ab CHF 10'100 Gewinn) (AHV-IV.ch, 2026).
- Mehrwertsteuer: 8.1% auf Umsatz, sobald der weltweite Jahresumsatz CHF 100'000 überschreitet (ESTV, 2026). Coaching-Leistungen an Privatkunden sind grundsätzlich MwSt-pflichtig, an Schulen oder im Bereich ASCA-anerkannter therapeutischer Begleitung gelten Ausnahmen.
- Einkommens- und Vermögenssteuer (Bund, Kanton, Gemeinde): stark progressiv und kantonal unterschiedlich, typisch 15% bis 30% des steuerbaren Einkommens für Solo-Coaches.
Hinzu kommt die freiwillige, aber stark empfohlene Säule 3a. Selbständige ohne 2. Säule können 2026 bis zu CHF 36'288 oder 20% des Nettoerwerbseinkommens (der kleinere Betrag) einzahlen und vom steuerbaren Einkommen abziehen (BSV, 2026). Ab 2026 dürfen versäumte Vorjahres-Beiträge zudem nachgezahlt werden.
Die Profit-First-Methode von Mike Michalowicz empfiehlt drei separate Bankkonten: ein Steuer-Konto, ein Profit-Konto und ein Betriebskonto (Michalowicz, 2014). Bei Solo-Coaches funktioniert eine vereinfachte Version mit zwei Konten gut: Ein Hauptkonto für Umsatz und Betriebskosten, ein Vorsorge-Konto, auf das du pro Monat 30% des eingegangenen Umsatzes überweist. Das Vorsorge-Konto bezahlt im Januar AHV und Steuern, im Dezember die Säule 3a.
Wann lohnt sich für dich eine bondigoo-Profilseite finanziell?
Eine Profilseite auf bondigoo lohnt sich finanziell, sobald sie pro Quartal einen einzigen zusätzlichen Mandat-Abschluss bringt. Bei einem durchschnittlichen Kundenlebenswert von CHF 1'500 bis CHF 6'000 ist die Plattform-Beziehung im ersten gewonnenen Mandat refinanziert.
Konkret: Ein Mandat mit acht Sitzungen zu CHF 180 ergibt CHF 1'440 Bruttoumsatz. Die Plattformgebühr deckt damit den ersten Folgekunden nicht nur ab, sondern auch eine Marge. Ab dem zweiten Mandat im Quartal bist du in der Profit-Zone. Wer im Quartals-Review eine Conversion-Rate vom Discovery Call von über 50% sieht, gewinnt aus jedem zusätzlichen Plattform-Lead nach Wahrscheinlichkeit ein Mandat.
Drei Mehrwerte hinausgehend über reines Lead-Volume sind im Quartals-Review messbar:
- Reduktion der Akquise-Stunden: Wer pro Quartal sechs bis acht Stunden Akquise spart, gewinnt entweder Auslastung oder Lebenszeit.
- Verkleinerung der CAC: Plattform-Leads haben oft eine niedrigere Akquisekost als bezahlte Werbung oder Cold Outreach.
- Diversifizierung der Lead-Quellen: Wer drei Lead-Quellen pflegt (Empfehlungen, eigene Website, Plattform), reduziert das Klumpenrisiko.
Im Quartals-Review siehst du diese Zahlen schwarz auf weiss. Wenn die Plattform pro Quartal weniger als einen Lead bringt, gehört sie in die Pivot-Spalte deiner Entscheidungsmatrix, nicht in die Skalieren-Spalte. Im Vergleich zu reinen Abrechnungssystemen für die Zahlungsabwicklung liefert eine Plattform zusätzlich Sichtbarkeit, was im Review als Lead-Spalte separat erfasst gehört.
Was sind die fünf strategischen Fragen für jede Quartalsgrenze?
Die fünf strategischen Fragen für jede Quartalsgrenze prüfen, ob die Zahlen aus den zwölf KPIs noch zur Praxis-Vision passen. Du beantwortest sie schriftlich in 30 Minuten am Ende des Reviews.
- Frage 1: Passt mein Stundensatz noch zu meiner Positionierung? Wenn Auslastung über 80% und Wiederbuchungsrate über 60% liegen, ist die Antwort fast immer nein.
- Frage 2: Welcher Kundentyp hat im letzten Quartal das höchste CLV gebracht? Diese Antwort lenkt deine Marketing- und Akquise-Strategie für das nächste Quartal.
- Frage 3: Welches Angebot hat unter Ressourcenaufwand am schlechtesten abgeschnitten? Streichen oder neu zuschneiden, nicht "noch einen Versuch wagen".
- Frage 4: Welche Lead-Quelle ist im letzten Quartal versiegt? Wenn eine Quelle drei Quartale leer bleibt, ist sie tot, nicht "nur leise".
- Frage 5: Welche Aktivität raubt die meisten Stunden, ohne im Umsatz sichtbar zu sein? Hier findest du typisch zwei bis vier Stunden pro Woche, die du in Q3 freiräumen kannst, oft durch Automatisierung der Coaching-Praxis.
Diese fünf Fragen verändern den Charakter des Reviews. Ohne sie ist es ein Buchhaltungs-Termin. Mit ihnen wird daraus eine Strategie-Stunde, die das nächste Quartal formt.
Wie nutzt du die Entscheidungsmatrix "Skalieren, Halten oder Pivotieren"?
Die Entscheidungsmatrix "Skalieren, Halten oder Pivotieren" übersetzt die zwölf KPIs in eine konkrete Q3-Strategie. Du kreuzt Auslastung und Wiederbuchungsrate gegeneinander und liest die Antwort ab.
| Wiederbuchung niedrig (<40%) | Wiederbuchung hoch (>60%) |
|---|---|
| Auslastung niedrig (<65%): Pivotieren - Nische, Angebot oder Zielgruppe stimmen nicht. | Auslastung niedrig (<65%): Skalieren am Top of Funnel - Marketing und Sichtbarkeit ausbauen. |
| Auslastung hoch (>75%): Halten und Preise erhöhen - das Format zieht, aber bindet zu wenig. | Auslastung hoch (>75%): Skalieren mit Hebel - Preise rauf plus Gruppen-, Programm- oder Retainerformate. |
Diese Matrix vereinfacht eine komplexere Realität, aber sie zwingt zu einer Entscheidung. Solo-Coaches scheitern selten an mangelnder Information, sie scheitern an mangelnder Entscheidung. Wer das Quartal mit einer Vier-Felder-Diagnose beendet, geht in Q3 mit klarem Fokus statt mit drei parallelen Halbprojekten.
Anja Schneiders Q2-Ergebnis: hohe Auslastung, hohe Wiederbuchung, also die untere rechte Zelle. Ihre Q3-Strategie wurde Preisrunde plus Gruppenformat statt einer vagen "mehr Marketing"-Idee. Das Quartals-Review hat den Unterschied zwischen einer datenfundierten und einer intuitiven Entscheidung gemacht.
Für die Q3-Planung 2026 fällt der Review-Termin natürlich auf den 1. Juli oder die erste Juli-Woche. Wer sich diesen Termin als wiederkehrenden Kalender-Block schon im Juni reserviert, hat eine 90%-Wahrscheinlichkeit, das Review tatsächlich durchzuführen. Ohne diesen Block bleibt das Review eine gute Absicht.
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Wie hilft dir bondigoo bei der Quartals-Auswertung?
Eine Plattform liefert nicht das Review selbst, aber sie liefert die Daten, die das Review möglich machen. Auf bondigoo siehst du im Dashboard für jedes Quartal die Anzahl abgehaltener Sitzungen, den Bruttoumsatz, deine durchschnittlichen Sitzungspreise und die Auslastung über die Buchungskalender-Daten. Diese Zahlen fliessen direkt in dein Review-Blatt.
Drei Plattform-Funktionen sparen messbar Stunden im Quartalsabschluss:
- Automatisierte Rechnungsstellung: ersetzt das manuelle Schreiben und Versenden von Rechnungen, oft zwei bis drei Stunden pro Monat.
- Integriertes Kundenmanagement: Notizen, Sitzungsverlauf und Kundenkontakte an einem Ort, statt verteilt über Mail, Notion und Excel.
- Coaching-Programme und Pakete: machen MRR-Umsatz sichtbar und planbar, was im Quartals-Review einer der wichtigsten KPIs ist.
Der Kern bleibt aber bei dir. Die Plattform liefert Rohdaten, das Review liefert die Strategie. Beides zusammen macht den Unterschied zwischen einem Coach, der seine Praxis steuert, und einem, der von ihr gesteuert wird. Mit diesen Zahlen im Rücken kannst du als Coach auf bondigoo durchstarten und jedes Quartal datenbasiert statt nach Bauchgefühl planen.
FAQ
Welche KPIs sollte ich als Solo-Coach tracken? Solo-Coaches tracken zwölf KPIs: Quartalsumsatz brutto, Auslastung, durchschnittlicher Sitzungspreis, effektiver Stundensatz, MRR aus Programmen, Conversion-Rate vom Erstgespräch, No-Show-Quote, Kundenlebenswert, Akquisekosten pro Kunde, Wiederbuchungsrate, Cash-Reserve in Monaten und Säule-3a-Füllstand. Diese zwölf Zahlen passen auf eine A4-Seite und decken Umsatz, Effizienz, Pipeline und Vorsorge ab.
Wie berechne ich meinen Stundensatz wirklich? Der effektive Stundensatz ist Bruttoumsatz geteilt durch alle Arbeitsstunden, nicht nur die Coaching-Stunden. Eine realistische Rechnung umfasst Coaching, Akquise, Admin, Buchhaltung, Marketing und Weiterbildung. Bei 1'000 Coaching-Stunden und 600 weiteren Arbeitsstunden geteilt durch CHF 220'000 Umsatz ergibt sich nicht der Sitzungspreis von CHF 220, sondern CHF 138 effektiv.
Was ist eine gute Auslastung als Coach in der Schweiz? Eine gesunde Auslastung liegt zwischen 65% und 75% bezahlter Coaching-Stunden pro verfügbare Arbeitswoche. Alles darunter zeigt Akquise-Probleme, alles darüber blockiert die nächste Wachstumsrunde. Wer über 80% liegt, trocknet die Pipeline aus und erlebt drei Monate später einen Umsatzeinbruch.
Wann sollte ich Preise erhöhen? Du erhöhst Preise, wenn Auslastung über 80% und Wiederbuchungsrate über 60% gleichzeitig vorliegen. Eine Preisrunde sollte 10% bis 20% betragen. Bestehende Kunden bekommen die Anpassung mit zwei bis drei Monaten Karenz und einer Begründung. Weitere Trigger sind mehr als 18 Monate ohne Anpassung, eine neue Zertifizierungsstufe oder ein Nischenwechsel (Global Coaching Study, 2023).
Wie plane ich Ferien und Auslastung als Selbstständiger? Ferien planst du am Anfang des Quartals als ersten Schritt im Kalender, nicht am Ende. Schweizer Solo-Coaches arbeiten effektiv 40 bis 44 Wochen pro Jahr, das heisst 8 bis 12 Wochen sind blockiert. Diese Blöcke gehören in den Kalender, bevor der erste Kunde Termine sucht. Auf einer Plattform wie bondigoo blockst du Sperrtage direkt im Buchungskalender.
Wie viel sollte ich für Steuern und Vorsorge zur Seite legen? Pro CHF 100 Bruttoumsatz legst du rund CHF 30 bis CHF 40 zur Seite. Drei Pflichtblöcke: AHV/IV/EO bis 10.0%, MwSt 8.1% ab CHF 100'000 Umsatz, Einkommenssteuer typisch 15% bis 30%. Säule 3a empfohlen bis CHF 36'288 für Selbständige ohne 2. Säule (BSV, 2026). Profit First mit zwei Konten (Hauptkonto und Vorsorge-Konto) funktioniert gut.
Wann lohnt sich eine bondigoo-Plattform-Profilseite finanziell? Eine bondigoo-Profilseite lohnt sich, sobald sie pro Quartal einen einzigen zusätzlichen Mandat-Abschluss bringt. Bei einem durchschnittlichen Kundenlebenswert von CHF 1'500 bis CHF 6'000 ist die Plattform-Beziehung im ersten Mandat refinanziert. Ab dem zweiten Mandat pro Quartal bist du in der Profit-Zone. Im Quartals-Review siehst du Plattform-Leads, CRM-Datenfluss und Conversion in den Zahlen.
Quellen
- International Coaching Federation (2023). 2023 Global Coaching Study Executive Summary. 14'591 Coaches aus 157 Ländern, Stundenhonorar Westeuropa rund USD 277. Volltext PDF.
- AHV-IV-Informationsstelle (2026). Merkblatt 2.02 - Beiträge der Selbständigerwerbenden an die AHV, die IV und die EO. Vollsatz 10.0%, progressive Skala 5.371% bis 10.0%. AHV-IV.ch.
- Bundesamt für Sozialversicherungen (2026). Beträge gültig ab 1. Januar 2026. Säule-3a-Maximum CHF 36'288 für Selbständige ohne 2. Säule. BSV Übersicht.
- Eidgenössische Steuerverwaltung (2026). Schweizer Mehrwertsteuersätze 2026. Standardsatz 8.1%, Eintragungsschwelle CHF 100'000 weltweiter Jahresumsatz. ESTV.
- Michalowicz, M. (2014). Profit First: Transform Your Business from a Cash-Eating Monster to a Money-Making Machine. Zwei-Konten-Variante für Solo-Praxen. Profit-First-Methode.
- Paperbell (2024). 16 KPIs to Measure Success in Your Coaching Business. Auslastungs-Zielband 65% bis 75% für Solo-Coaches. Paperbell Blog.
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